20. Oktober 2019

Das Online-Ahnenbuch der Familie Windbichler

Kapitel 4: Grubhof

Kreuchhof – Grubhof – Groihof

Im Zuge meiner familiären Nachforschungen kam ich drauf, dass der 1451 erstmals erwähnte Kreuchhof, der sich dann zum Grubhof und – im Lauf der Sprachschlampereien – zum Groihof wandelte, viele Jahre der Sitz meiner direkten Vorfahren war. Wie sich aus dem Dokument Nr. 2732, einsehbar im Nö. Landesarchiv, herauslesen lässt, war damals ein „Seidl“ der Hofinhaber. Also noch keine Spur von den Wind(t)b(p)ichlers. In dem erwähnten Dokument Nr. 2732 sind aus dem Bromberg-Schlattener Bereich gut 25 Bauern/Höfe enthalten.

Siehe Bild 7 und 8

Die Eltern der Gertrude Windpichler, geb 28.2.1651, nämlich Georg und Maria W., über die ich keine näheren Daten mehr gefun-den habe, lebten ebenso auf dem obigen Hof, wie danach Gertrudes (unehelicher) Sohn Johann Windpichler, geb. 27.12.1675.

Letzterer hatte mit seiner Frau Anna, wie ich nun zu wissen glaube, vier Kinder: Simon, 21.10.1705, Gertrudis 17.2.1710, Mathias, 22.1.1712 und noch eine Tochter (Franziska 4.10.1707).

Simon und seine Frau Maria haben wohl drei Söhne gehabt: Heinrich 5.7.1742, und Andreas, 22.11.1743, sowie Gregor, 26.2.1746.

Simon war noch der Bauer am Grubhof und möglicherweise hat sein Sohn Andreas den Hof weitergeführt. Simons Sohn Gregor ging weg. Und auch Simon selbst dürfte weggezogen sein, sonst müsste man in Bromberg etwas über sein Ableben finden. Vom ältesten Sohn Heinrich ist nichts bekannt.

Gregor lernte glaublich das Wagnerhandwerk und ließ sich in Bromberg/Hofstätten nieder, seine Söhne mit Theresia Puz, die er am 14.10.1777 geheiratet hat, waren jedenfalls Mathias 30.8.1778 (nichts weiter bekannt) und Peter 6.2.1784.

Unsere Linie ging also von Georg über Gertrude und Johann zu Simon, Gregor, Peter und dann zu den diversen „Johanns“ weiter.

Die unglaubliche „Fruchtbarkeit“ der Familie Windbichler macht es aber schier unmöglich, in den Taufbüchern und Traubüchern einen Überblick zu behalten. Dazu kommt, dass man nicht weiß, welche Windbichlers es damals in der Gemeinde und deren Umland noch gab. Jedenfalls ging einer (ein Mathias?) nach Hocheck, und andere ev. nach Karntahl oder gar nach Klingfurth.

Viele weitere Namensträger „Kroyhofer“ waren in den Pfarrmatriken zu finden, auch solche, die noch am Kroyhof lebten, wie z.B. ein „Sebastian, geb 19.1.1749“, doch war deren Zuordnung zu wenig gesichert. Daher habe ich sie der Vergessenheit überlassen.

Der wahrscheinliche Hofübernehmer am Grubhof nach Simon W. könnte also der ältere Bruder des Gregor W., nämlich Andreas Wintbichler, 22.11.1743, gewesen sein.

Ob er den Namen Kroyhofer angenommen hat, ist unbeweisbar, denn damals war es vielfach so, dass bei den Eintragungen in den Taufmatriken plötzlich der Hofname zum Familiennamen „mutierte“ und das hing wieder von der Genauigkeit der Pfarrer ab. Regeln gab es dafür zu jener Zeit noch keine – die wurden erst um 1850 fixiert, so die Auskunft im Österr. Staatsarchiv im Jahre 2007. Jedenfalls hatte Bromberg ab 1765 den Pfarrer Aquilin Ehegartner und der hat vielleicht diese Mutation geschaffen, denn:

Der Sohn des Andreas W. namens Leopold wurde als Kroyhofer, 15.11.1772, ins Taufbuch eingetragen!

Hinweis: Wann und ob nach Andreas, sein Sohn Leopold den Hof übernommen hat oder ob der Hof gleich an dessen Sohn Bernhard überging, war für mich nicht klärbar.

Dieser Bernhard Kroihofer, 26.5.1811, hat am 13.6.1836 die Katharina Binder, 24.11.1806, von Eichberg geheiratet. Bernhard K. ist in den Sterbematriken von Bromberg als „Groihofer“ vermerkt und starb am 22.10.1874 an Lungentuberkulose.

Anmerkung: Hier „flunkert“ Anna Handler in ihrer Groihof-Erzählung, da sie ihn schon viel früher sterben ließ.

Bernhard und seine Frau dürften wegen seines Leidens den Neffen Anton Binder, geboren 29.12.1848 in Eichberg als Sohn des Johann Binder, 4.6.1814, als Hilfskraft auf den Kroyhof geholt haben (etwa zu Mitte der 60er-Jahre des 19. Jhdts.).

Dieser Anton Binder „erbte“ dann wohl den Hof und heiratete am 26.1.1875 in Bromberg die am 7.3.1856 geborene Maria Ofenböck aus Reitersberg. Sie hat ihren Mann mit Arsen umgebracht. Anton Binder verstarb am 4.1.1880.

Das war aber noch nicht alles. Maria Binder heiratete in der Folge ihre Jugendliebe Michael Jeitler und tötete ihn ebenfalls. Sie dürfte ihn im Wald erschlagen und danach – mit Hilfe ihres Bruders – im häuslichen Backofen verbrannt haben.

Sie wurde am 10.12.1888 wegen dieser Morde zum Tode verurteilt (und später möglicherweise zu „Lebenslang“ begnadigt).

Fazit:
Jedenfalls zweigt unsere direkte Linie ab Simons Söhnen Gregor und Andreas voneinander ab:

  • die Gregor Windbichler-Nachkommen wurden zumindest zum Teil Gewerbetreibende nach Mitte des 18. Jhdts.,
  • die Andreas Windbichler-Nachkommen (oder verwandte Mitbewohner) blieben als Bauern am Groihof. Allerdings dann unter dem Namen K(G)roihofer und das noch bis Mitte des 19. Jhdts.

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Kommentare

Ein Kommentar zu “Kapitel 4: Grubhof”

  1. hans am 30. December 2007

    Siehe dazu auch den 2. Nachtrag

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  • Bild 7: Grubhof/Groihof 2007
  • Bild 8: Karte mit Bromberg & Grubhof