{"id":15,"date":"2007-10-12T14:19:54","date_gmt":"2007-10-12T12:19:54","guid":{"rendered":"http:\/\/wibi.homeip.net\/wp_fam\/?page_id=15"},"modified":"2023-05-21T21:31:45","modified_gmt":"2023-05-21T19:31:45","slug":"kapitel-2-bromberg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/titelseite\/kapitel-2-bromberg\/","title":{"rendered":"Kapitel 2: Bromberg"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 152px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/01_framed.png\" alt=\"\" width=\"142\" height=\"154\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Bild 01: Marktwappen<\/p><\/div>\n<p><strong>Aus meines Gro\u00dfvaters Aufzeichnungen:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>\u00bbIn Bromberg (1144 Bramberch) steckt der Dornstrauch. Althochdeutsch wurde der Bramo, mittelhochdeutsch der Brame, Prame genannt; erst sp\u00e4ter verengte sich der Begriff auf den Brombeerstrauch. Der Name bedeutet somit \u201eden mit Dorngeb\u00fcsch bewachsenen Berg.\u201c (Abschrift aus einem Buch).\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<div id=\"attachment_115\" style=\"width: 139px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-115\" class=\"wp-image-115 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/02_framed.png\" alt=\"\" width=\"129\" height=\"182\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-115\" class=\"wp-caption-text\">Bild 02: Bromberg um 1500<\/p><\/div>\n<p><strong>Nun aber zur kirchlichen Bromberger Historie:<\/strong><\/p>\n<p>Jedenfalls war Bromberg ab 1144 bereits eine selbst\u00e4ndige Pfarre, wiewohl auch behauptet wird, dass schon um 1093 eine Pfarre Bromberg existierte.<\/p>\n<p>Ab 8.6.1160 war dem Stift Reichersberg das Recht gegeben, in Bromberg durch einen Chorherrn die Seelsorge wahrzunehmen. Das war wohl der Ausgangspunkt f\u00fcr die sp\u00e4tere Mutterpfarre Bromberg.<\/p>\n<p>Bromberg muss also im historischen Dunkel der mittelalterlichen Zeit Bedeutung besessen haben. Wieso sonst h\u00e4tten sich die Chorherrn des Stiftes Reichersberg in der ihnen geschenkten Waldmark gerade Bromberg ausgesucht, um von hier aus die Christianisierung dieses Gebietes zu starten?<\/p>\n<p>Noch dazu, wo Thernberg verkehrsg\u00fcnstiger und wohl auch besser, weil gr\u00e4flich beh\u00fctet, gewesen w\u00e4re und unmittelbar daneben liegt. Und Thernberg lag auch an der Kreuzung der Stra\u00dfen nach G\u00fcns und durch das Schlattental, war also f\u00fcr die Bekehrungsvorhaben bestens lociert. Doch es kam anders.<\/p>\n<p>Jedenfalls ist Bromberg in vieler Hinsicht mit der r. k. Kirche verbunden, ja ohne diese und ihre Christianisierungsbestrebungen nicht vorstellbar. Seitenlang wird in diversen Publikationen dieser alten Zeiten gedacht. Sie werden dabei mehr oder weniger korrekt beleuchtet.<\/p>\n<p>Immerhin war anfangs das Pfarrgebiet riesig und reichte von der Pittenau bis zum sogenannten Hartberg (Grenze zur heutigen Steiermark?), w\u00e4hrend die Ostgrenze die gegen Ungarn war.<\/p>\n<p>Wichtig in jener Zeit waren vor allem die Zehentrechte, die auch immer wieder Anlass zu allen m\u00f6glichen Streitigkeiten gaben.<\/p>\n<p>In Bromberg hatte das Stift Reichersberg eine \u201eZehentburg\u201c und \u00fcberliefert ist auch, dass viele Stiftspr\u00f6pste, wenn sie in die Gegend kamen, gerne in Bromberg abstiegen.<\/p>\n<p>Aus der <strong>Mutterpfarre Bromberg<\/strong> gingen durch Gebietsabtrennungen im Laufe der folgenden Jahre und Jahrzehnte viele der weiteren Pfarren unseres Gebietes hervor. Womit die kirchliche Bedeutung Brombergs auch abnahm.<\/p>\n<p>Dank der kirchlichen Bem\u00fchungen hatte Bromberg schon sehr fr\u00fch eine Schule. Schon 1544 wird dies in einem Visitationsprotokoll erw\u00e4hnt. Ein eigenes Schulhaus gab es ab 1686. Nat\u00fcrlich wurde anfangs eher nur Lesen und Schreiben und sp\u00e4ter dann auch Rechnen gelehrt, bis es eine feste allgemeine Schulordnung unter Maria Theresia gab. Manche der davor unterrichteten Fertigkeiten muten heute fremd an: Tinte kochen, Hefte linieren usw.<\/p>\n<p><strong>Aber auch die weltliche Seite eines Ortes und seiner unmittelbaren Umgebung bedarf der Hinterfragung.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<div style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/03_framed.png\" alt=\"\" width=\"140\" height=\"182\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Bild 03: Gebiet um 859<\/p><\/div>\n<p>Schon vor dem Ende des 1. Jahrtausends d\u00fcrfte es Geh\u00f6fte in der Gegend gegeben haben, die aber durch Magyareneinf\u00e4lle immer wieder vernichtet wurden.<\/p>\n<p>Um 955 k\u00f6nnte schon eine Dorfsiedlung da gewesen sein. 1042 ist jedenfalls schon der <em>Sch\u00fctzenhof<\/em> beurkundet.<\/p>\n<p>Um das Jahr 1250 tauchen die Herren von Slat auf, die am Schlossberg in Oberschlatten eine Burg und im Tal ein Schloss (im Bereich Hei\u00dfenberger-Ponweiser in Unterschlatten) errichteten. Ob nun der Name Schlatten auf dieses l\u00e4ngst ausgestorbene Geschlecht zur\u00fcckzuf\u00fchren ist oder der Schlattenbach ein Schilfbach war (slate hei\u00dft mittelhochdeutsch auch Schilfrohr) und daher der Name Schlatten kommt, ist zumindest strittig.<\/p>\n<p><em>Anmerkung: Die Sage berichtet von zwei elfengleichen Kobolden namens Gr\u00fcnh\u00fctl und Spitzh\u00fctl, einer auf der Burg, der andere im Schloss zu Hause, die ihre Spitzb\u00fcbereien miteinander trieben.<\/em><\/p>\n<blockquote><p>In einer anderen Quelle ist vermerkt, dass es in Bromberg noch an dritter Stelle ein \u201eErdwerk\u201c gegeben hat, also eine Basis f\u00fcr eine weitere Befestigung.<\/p>\n<p>Meiner Meinung war diese zuoberst am Kirchenriegel geplant, denn dass man dort eine Kirche bauen wollte, scheint mir, Sage vom Marienbild im Dornstrauch hin oder her, ein wenig weit hergeholt.<\/p>\n<p>Denn neben dem Bergeturm aus dem 12. Jhdt. war ja vor dem Beginn des Kirchenneubaus 1471 schon eine Kirche da.<\/p>\n<p>Wieso h\u00e4tten sich die Bromberger zus\u00e4tzliche weitere H\u00f6henmeter antun sollen? Umso mehr als ja um die alte Kirche schon ein Friedhof da war und ziemlich sicher auch die \u201eMichaelskapelle\u201c, also unser altes Steinhaus, dazumal wahrscheinlich als Beinhaus neben dem zu kleinen Gottesacker Verwendung fand.<\/p><\/blockquote>\n<p>Bromberg war, wie unser gesamtes Gebiet der Waldmark, immer umstrittenes Grenzgebiet. 1242 verw\u00fcsteten die Tartaren das Dorf, 1250, 1252 und 1254 die Kumaren und Ungarn unter Bela, 1271 unter Stephan, von 1470 \u2013 1488 mehrmals die Ungarn unter Matthias Corvinus, 1532 und 1683 kamen die T\u00fcrken vorbei und 1605, 1619 und 1700 die Kuruzzen. Vom recht bedeutenden Ort Pramberg blieben laut einer Chronik damals gerade einmal neun H\u00e4user \u00fcbrig. Damit nicht genug, bekamen unsere Vorfahren auch noch die Franzosenkriege zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Auch die Pest suchte unseren Ort heim: 1349, 1649, 1684 und 1713. Das Pestkreuz von 1681 konnte also weitere Seuchen auch nicht verhindern.<\/p>\n<p>1569 wird die Gemeinde \u201eAmbt Schlatten\u201c erstmals in einem Urbar von Kirchschlag erw\u00e4hnt. Und das \u00e4lteste Dokument, das in den vielen alten Dokumenten bei uns auftauchte und das im Original nun bei der Gemeinde erliegt, stammt aus 1619.<\/p>\n<div style=\"width: 182px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/04.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/04_framed.png\" alt=\"\" width=\"172\" height=\"142\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Bild 04: Dokument aus 1619<\/p><\/div>\n<blockquote><p><strong>Text des Dokumentes vom 12. Juli 1619 (Original im Archiv der Gemeinde Bromberg):<\/strong><\/p>\n<p>Auf die bey der Kirchschlager Hofhaus<br \/>\nReparation verwendete Handarbeit treffen die<br \/>\nGemeinde Amt Schlatten 106 Hand = tag,<br \/>\nwelche vom Zimmermeister Reithofer verm\u00f6g Ui-<br \/>\nbereinkommens geleistet wurden.<br \/>\nDie Gemeinde hat daher denselben mit<br \/>\nseiner Forderung zu frieden zu stellen, und<br \/>\ndiesen Betrag zu 106 F an denselben zu bezahl-<br \/>\nlen.<\/p>\n<div align=\"right\">Herrschaft Krumbach u. Kirch-<br \/>\nschlag, 12. July 1619<br \/>\n(Unterschrift unleserlich)<\/div>\n<\/blockquote>\n<p>Der Ort selbst entwickelte sich langsam, wenn auch unter Urgro\u00dfvater Johann Windbichler, geb. 1838, als B\u00fcrgermeister unglaublich vieles f\u00fcr den Ort geschehen ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_121\" style=\"width: 192px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/05.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-121\" class=\"wp-image-121 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/05_framed.png\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"136\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-121\" class=\"wp-caption-text\">Bild 05: Bromberg um 1900<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_123\" style=\"width: 192px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/06.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-123\" class=\"wp-image-123 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/06_framed.png\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"112\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-123\" class=\"wp-caption-text\">Bild 06: Bromberg um 1915<\/p><\/div>\n<p>In der Inflationszeit um 1920 half sich auch Bromberg, Gemeinde Schlatten, wie so viele andere Orte mit eigenem \u201eNotgeld\u201c.<\/p>\n<div id=\"attachment_129\" style=\"width: 189px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/09a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-129\" class=\"wp-image-129 \" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/09a_framed.png\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"126\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-129\" class=\"wp-caption-text\">Bild 09a: Bromberger Notgeld um 1920<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_131\" style=\"width: 192px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/09b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-131\" class=\"wp-image-131 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/09b_framed.png\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"132\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-131\" class=\"wp-caption-text\">Bild 09b: Bromberger Notgeld um 1920<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_133\" style=\"width: 192px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/09c.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-133\" class=\"wp-image-133 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/09c_framed.png\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"134\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-133\" class=\"wp-caption-text\">Bild 09c: Bromberger Notgeld um 1920<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_135\" style=\"width: 192px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/09d.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-135\" class=\"wp-image-135 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/09d_framed.png\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"136\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-135\" class=\"wp-caption-text\">Bild 09d: Bromberger Notgeld um 1920<\/p><\/div>\n<p><strong>Die neuere Gemeindegeschichte ist sowohl durch die im Literaturverzeichnis angef\u00fchrten Publikationen als auch durch die Ausf\u00fchrungen in diesem Buch (\u201eGedenkbuch\u201c usw.) hinreichend belegt und bedarf m.M. somit hier keiner weiteren Vertiefung.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/?page_id=14\">&lt;&lt; Voriges Kapitel<\/a> | <a href=\"http:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/?page_id=16\">N\u00e4chstes Kapitel &gt;&gt;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus meines Gro\u00dfvaters Aufzeichnungen: \u00bbIn Bromberg (1144 Bramberch) steckt der Dornstrauch. 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