{"id":23,"date":"2007-10-21T13:45:11","date_gmt":"2007-10-21T11:45:11","guid":{"rendered":"http:\/\/wibi.homeip.net\/wp_fam\/?page_id=23"},"modified":"2023-05-22T07:39:57","modified_gmt":"2023-05-22T05:39:57","slug":"kapitel-7-urgrossvater-johann-windbichler","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/titelseite\/kapitel-7-urgrossvater-johann-windbichler\/","title":{"rendered":"Kapitel 7: Urgro\u00dfvater"},"content":{"rendered":"<p><strong>Johann Windbichler I.,<br \/>\ngeb. 19.6.1838, gest. 17.5.1921<\/strong><\/p>\n<p><em>Aufgezeichnet aber von seinem Sohn Johann Windbichler, geb. 6.4.1866<br \/>\n<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\u00bbEr hat bei seinem Vater 3 Jahre und bei Lang, Handelsmann in Edlitz, 5 Monate praktiziert bis 9.9.1855, das Handelsgewerbe erlernt. 8 Monate 18 Tage diente er beim 49. Infanterieregiment, laut Abschied vom 31.12.1859.<\/p>\n<p>Nach dem Ableben seines Vaters f\u00fchrte er mit seiner Mutter im \u201ealten\u201c Haus die Kr\u00e4merei und Tabakverschlei\u00df bis 1863. Im Jahr 1863 \u00fcbernahm er das Haus und f\u00fchrte die Kr\u00e4merei, die Tabaktrafik wurde ihm erst im Jahre 1869 von seiner Mutter \u00fcbertragen.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbAm 4.8.1863 heiratete er die Viktoria, geborene Platzer, welche am 4.3.1837 geboren ist. Sie war eine Tochter von einem Kleinbauern in Tuschkau (<em>das ca. 60 km s\u00fcdwestlich von Prag liegt<\/em>), und ist die Nichte von Alois Schleuchert, Nagelfabrikant in Schlatten N 39, gewesen, welchem sie die Wirtschaft durch 5 Jahre f\u00fchrte.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/21.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-159 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/21_framed.png\" alt=\"\" width=\"142\" height=\"162\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/22.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-195 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-22-Urgroeltern_framed.png\" alt=\"\" width=\"136\" height=\"182\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p>\u00bbAus dieser Ehe stammen 5 Kinder und zwar:<\/p>\n<ul>\n<li>Maria, verehelichte Baumgartner in Bromberg N 6, 8 u. 143, geb. 9.9.1863, gestorben 10.2.1899<\/li>\n<li>Johann, geb. 6.4.1866, der Nachfolger<\/li>\n<li>Helene, geb. 18.8.1868, verehelichte Hauer in Warth<\/li>\n<li>Viktoria, geb. 10.11.1872, verehelichte Marosch (Oberlehrer)<\/li>\n<li>Eleonora, geb. 16.12.1874, verehelichte Handler, gest. 20.7.1938.\u00ab<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/23.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-196 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-23-Urgrovater-mit-Familie_framed.png\" alt=\"\" width=\"135\" height=\"182\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p>\u00bbVom 7.6.1865 bis 8.10.1881 f\u00fchrte er die Lotto Kollektur (Klein Lotterie).<\/p>\n<p>Im Jahre 1868 (6.2.) suchte er um das Postamt an. Nach der Genehmigung und mehrt\u00e4giger Schulung in Wr. Neustadt sowie Eidleistung im J\u00e4nner 1869 wurde das Postamt mit 1.3.1869 er\u00f6ffnet.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Die Chronik \u201e850 Jahre Bromberg\u201c f\u00fchrt als Er\u00f6ffnungsjahr 1860 an, was sicher ein Schreibfehler ist!<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\u00bbEr bezog ein Jahresgehalt von 80 Gulden, Amtspauschale 20 Gulden und f\u00fcr den Botengang t\u00e4glich nach Erlach 100 Gulden. Damals mu\u00dfte auch noch die \u201eBriefschaft\u201c nach Thernberg zugestellt werden.<\/p>\n<p>Die Zustellung nach Thernberg h\u00f6rte nach der Er\u00f6ffnung der Wien-Aspang-Bahn auf. Der Botengang nach Erlach h\u00f6rte am 1.7.1897 auch auf, da von Scheiblingkirchen \u00fcber Thernberg nach Bromberg eine Fahrpost errichtet wurde, welche Hauer aus Warth \u00fcbernommen hat. Am 31.12.1899 wurde der Landbrieftr\u00e4gerdienst eingef\u00fchrt.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Einer anderen Aufzeichnung des Gro\u00dfvaters gem\u00e4\u00df erfolgte dessen Einf\u00fchrung am 11.3.1889, was logischer erscheint.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\u00bbVor dem Jahre 1869 ging alle 8 Tage ein Bote nach Wr. Neustadt um die Post.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Und nicht, wie in der Chronik \u201e850 Jahre Bromberg\u201c zu lesen ist, alle Tage!<\/em><\/p>\n<p>Auch betrieb der Urgro\u00dfvater von 1865 bis 1882 eine Bier- und Brandweinschank. Es existiert sogar ein Bauplan f\u00fcr ein Wohnhaus mit Handlung und Gasthaus aus 1864.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/24.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-197 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-24-Hutte-von-vorne_framed.png\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"136\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/25.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-198 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-25-Aus-heutiger-Sicht_framed.png\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"136\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/26a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-199 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-26a-Hutte-von-der-Seite_framed.png\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"136\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/26b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-200 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-26b-Aus-heutiger-Sicht_framed.png\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"136\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/27.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-201 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-27-Hausbauplan-1864_framed.png\" alt=\"\" width=\"136\" height=\"182\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>Gro\u00dfvater schrieb dazu:<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbSeine t\u00e4glichen G\u00e4ste waren der Kooperator Schoeppl und Oberlehrer Michael Kainz. An einem Sonntag ging es immer sehr lustig zu. Da kam der Schleuchert mit seinen Nichten (Eleonora und Anna) und der Oberlehrer Kainz mit seiner Tochter und seinen S\u00f6hnen. Am Sonntag Vormittag wurde in der H\u00fctte, wo dann ab 1939 das Gesch\u00e4ft stand (und wo heute unser Wohnzimmer ist), ausgeschenkt und Frankfurter W\u00fcrstel mit Kren verabreicht, wo gr\u00f6\u00dftenteils der Banbauer Onkel Kellner war.<\/p>\n<p>Am 23.7.1876 wurde er erstmals zum B\u00fcrgermeister gew\u00e4hlt, welches Amt er bis 15.7.1919 f\u00fchrte.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/28.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-202 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-28-Urgrovater_framed.png\" alt=\"\" width=\"142\" height=\"182\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00bbIn diesem Jahr 1876 wurde auch ein Ansuchen an den Landesausschuss gestellt, ein Gesetz betreffend die Aufnahmegeb\u00fchr (seit 1883 10 Gulden) in den Heimatverband zu regeln.\u00ab<\/p>\n<p><em>Anmerkung von Bgm. Albin Bernhard (in seiner unver\u00f6ffentlichten Chronik): <\/em><\/p>\n<blockquote><p>\u00bbWenn jemand in einer Gemeinde das Heimatrecht haben wollte, musste er 10 Jahre dort bereits wohnhaft sein und erst dann konnte er nach Bezahlung der Taxe in den Heimatverband aufgenommen werden. Es war dies eine sehr ungute Sache, dadurch sind viele Menschen abgewandert und Bromberg blieb dadurch ein kleines Dorf, ein Ortskern konnte sich ebenfalls nicht entwickeln, weil kein Bauland zur Verf\u00fcgung stand, alles war Pfarrgrund die Jahrhunderte hindurch und abverkauft wurde leider nichts. Die Nachbargemeinden haben die von hier abgewanderten Familien gerne aufgenommen und wurden dadurch sch\u00f6ne geschlossene Ortschaften.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Anmerkung<\/em>: Im \u201ealten\u201c Haus wohnte der Urgro\u00dfvater nicht nur mit seiner Familie (wie, ist mir bis heute nicht erkl\u00e4rbar, denn neben dem Kr\u00e4merladen verwaltete er in einem recht kleinen Zimmer des Hauses sowohl seine Postangelegenheiten ab 1869, seine Gemeindeobliegenheiten ab 1876 und schlie\u00dflich auch die Raiffeisenkassenagenden ab 1894. Au\u00dferdem hielt mein Gro\u00dfvater an anderer Stelle fest, dass er, wenn er zuhause schlief, auf einem Feldbett hinter dem Ladentisch, also der \u201eBudel\u201c, schlafen musste. Wie das war, als er noch nicht in Schule und Lehre war, ist mir unerkl\u00e4rlich, denn neben den Urgro\u00dfeltern und den f\u00fcnf Kindern lebte auch noch die Altmutter Katharina bis zu ihrem Tod 1881 vermutlich im Hause. Dabei war ein Raum die Kr\u00e4merei, der dahinter liegende Raum eventuell das Schlafzimmer der Urgro\u00dfeltern, das Dachbodenzimmer wahrscheinlich f\u00fcr die vier M\u00e4dchen (?) reserviert. Wo die Altmutter und der Gro\u00dfvater ihre Kammern hatten ist mir ein R\u00e4tsel, um so mehr als der Urgro\u00dfvater ja den kleinen Raum zum Hof hin, wie oben erw\u00e4hnt, als Kanzlei ben\u00fctzte &#8211; vielleicht auch erst ab 1881 nach Altmutters Tod. Ob der Gro\u00dfvater bis dahin mit der Altmutter dieses Zimmer teilte l\u00e4sst sich nur vermuten. Jedenfalls nicht einfach. Auch gab es kein Flie\u00dfwasser, dieses musste stets aus dem Schulhof (oder von sonst wo) hergetragen werden.<\/p>\n<p>Unter Urgro\u00dfvaters F\u00fchrung wurde in den Jahren 1878 &#8211; 1884 die Stra\u00dfe \u00fcber den Steigberg nach Oberschlatten und durch Bromberg gebaut.<\/p>\n<p>Die heutige Schwei\u00dfenbachkapelle stand bevor der Strassenbau in Bromberg begann, beim Haus Baumgartner\/Hofer, Nr. 143. Diese Kapelle wurde unter dem Urgro\u00dfvater als B\u00fcrgermeister abgetragen und bei der Schwei\u00dfenbachkurve neu errichtet. Deren Einweihung erfolgte am 8.6.1884.<\/p>\n<p><em>Bgm. Bernhard h\u00e4lt dazu noch fest:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\u00bbDiese Kapelle war seit eh und je der Einsegnungsort bei den Begr\u00e4bnissen, hier hatte der Pfarrer mit Ministranten und Kirchenv\u00e4tern sowie der Kirchenchor den Leichenzug empfangen, wo auch die erste Einsegnung erfolgte. Dies wurde unter Pfarrer Michael Hammer abgeschafft. Es war ein sehr sch\u00f6ner Brauch, schade darum. Auch die Kapelle in Hofst\u00e4tten bei Gneist war unter anderem zu diesem Zweck gen\u00fctzt worden. Ebenso die Kapelle in Unterbromberg bei Pammer-Stockinger, so hatte jede Richtung aus der die Leichenz\u00fcge kamen ihren Einsegnungsort. Im Ortsbereich von Bromberg kam der Priester mit seiner Begleitung direkt ins Haus des Toten und nahm dort die erste Einsegnung vor\u00ab.<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1885 wurden die Kastanien und Linden auf der Strasse bis Schweissenbach gesetzt. <em>(Die Kastanienb\u00e4ume vor unserem Haus wurden 1889 gesetzt)<\/em>. Beim Schulhaus wurden die Kastanien 1906 gepflanzt.<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbIm Jahre 1887 wurde durch ihn das Steidlbauernhaus f\u00fcr die Gemeinde angekauft, kostete 1800 Gulden, welche Summe von der Wr. Neust\u00e4dter Sparkasse als Darlehen auf diesem Haus war. Die alten Leute Lampert und Magdalena Windbichler (Ausnehmer) mussten von der Gemeinde verpflegt werden. Der eigentliche Besitzer war Lampert Stachl. Der hat die Tochter von Windbichler geheiratet, war vorher Pferdeknecht und konnte sich an die Bauernarbeit nicht gew\u00f6hnen und ist nachher wieder beim Hamburger in Pitten Pferdeknecht geworden.<\/p>\n<p>Am 30.10.1888 wurde der neue Friedhof geweiht, nachdem 1880 der Grund zum neuen Friedhof, der geh\u00f6rte zum Karnerhaus (wurde der Hirschgarten genannt) erstanden worden war.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Den unteren Teil, wo heute unser Garten\/Sportplatz ist, hat der Urgro\u00dfvater angekauft. <\/em><\/p>\n<p>Die erste Einweihung hat 1881 stattgefunden, die Steinstufen zum Friedhof wurden 1884 hergestellt. Die erste Leiche war Simon Ponweiser, Hofst\u00e4tten 96. Wahrscheinlich wurde damals auch der sogenannte \u201eVersenkungsapparat\u201c angeschafft. (W\u00e4hrend datumsm\u00e4\u00dfig nicht mehr eruierbar war, wann die Pfarrkirche den Luster, der ebenfalls durch den Urgro\u00dfvater beschafft wurde, erhalten hat.)<\/p>\n<p><strong>Im Februar 1893 wurde das Landwirtschaftliche Casino (=Lagerhaus) gegr\u00fcndet und am 2.9.1894 wurde die Raiffeisenkasse er\u00f6ffnet, deren erster Obmann er war.<\/strong><\/p>\n<p>1893 wurde das Haus Nr. 117 (heute Haus von Rupert Birnbauer)<strong> als Notspital\/Choleraspital angekauft.<\/strong><\/p>\n<p>Am 13.4.1896 wurde der erste Spatenstich zum neuen Schulhaus gemacht.<\/p>\n<p>Im Juli 1896 wurde er zum Ehrenb\u00fcrger der Gemeinde Schlatten ernannt.<\/p>\n<p>Am 23.8.1896 hat er von der Gemeinde ein Ehrendiplom erhalten.<\/p>\n<p>1900 wurde der Rettungs- und Krankentransport eingef\u00fchrt. Erfolgte mit Pferden und musste von Wr. Neustadt angefordert werden.<\/p>\n<p>1902 erhielt er eine Ehrennachzahlung von 300 Kronen.<\/p>\n<p><em>Bgm. Bernhard h\u00e4lt dazu nochmals die diversen Aufgaben des Urgro\u00dfvaters als Steuereinnehmer, Postmeister, RK-Obmann und nat\u00fcrlich als B\u00fcrgermeister fest, und das alles in einem Zimmerchen neben dem Kr\u00e4merladen im \u201ealten\u201c Haus. Bernhard merkt abschlie\u00dfend an: \u201eEin Genie, was der alles geleistet hat!\u201c<\/em><\/p>\n<p>1905 wurden dem B\u00fcrgermeister und dem damaligen Gemeindearzt je ein Ehrengrab auf dem Friedhof zugesichert.<\/p>\n<p>Anmerkung: 1909 wird dem B\u00fcrgermeister f\u00fcr sich und seine Frau eine Grabstelle nach freier Wahl zugesichert. Doch damals war seine Frau seit 1907 tot. Irgendetwas stimmt da nicht.<\/p>\n<p>1906 Baubewilligung f\u00fcr das Haus Roggenburg.<\/p>\n<p>Am 18.4.1909 wurde ihm durch den Bezirkshauptmann das goldene Verdienstkreuz \u00fcberreicht.<\/p>\n<p>1909\/1910 wurde eine Telegraphenleitung errichtet. <em>Anmerkung: es gab noch kein Telefon. Mein Gro\u00dfvater machte einen Telegraphistenkurs und nahm Telegramme entgegen.<br \/>\n<\/em><br \/>\nAm 26.8.1916 wurde sein 40-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um als B\u00fcrgermeister mit Fackelzug, H\u00f6henfeuer und Hochamt gefeiert.<\/p>\n<p>1919 ist er aus Altersgr\u00fcnden als B\u00fcrgermeister zur\u00fcckgetreten. In der Zeit als B\u00fcrgermeister war er auch Mitglied des Bezirksschulrates (ab 1886) und im Stra\u00dfenausschu\u00df.<\/p>\n<p>Am 12.4.1921 ist mein Urgro\u00dfvater erkrankt und am 17.5. um 1 Uhr nachts ist er gestorben.<\/p>\n<p><strong>Erste erg\u00e4nzende Anmerkungen zu den obigen Ausf\u00fchrungen:<br \/>\n<\/strong><br \/>\nBgm. (1960 &#8211; 1975) <strong>Albin Bernhard<\/strong> (geb. 1913, gest. 1989) hat eine, leider bis heute unver\u00f6ffentlichte Chronik \u00fcber Bromberg verfasst, in welcher er mehr als 35 Seiten der Amtszeit meines Urgro\u00dfvaters widmete. Teile davon hat auch mein Gro\u00dfvater in seinen Familienaufzeichnungen festgehalten. Interessant, aber auch verwunderlich ist, dass Bernhard Protokolle der Gemeinde benutzte, die heute niemand mehr findet. Wohl gab es in den bei uns lagernden alten, nun der Gemeinde \u00fcbergebenen Unterlagen ein Gemeinderats- (oder Gemeindeausschuss-) Protokollbuch von 1876 bis 1893, das Eintragungen enth\u00e4lt, die Bernhard w\u00f6rtlich zitiert, doch kann ich mit Sicherheit ausschlie\u00dfen, dass er in dieses Protokollbuch je Einsicht nehmen konnte. Da er dar\u00fcber hinaus Protokolle auch aus den folgenden Jahren der Amtszeit des Urgro\u00dfvaters bis zu dessen Abschied zitiert, muss er Unterlagen f\u00fcr seine Arbeit verwendet haben, die jetzt verschwunden scheinen.<\/p>\n<p>Die Aufzeichnungen von Bgm. Bernhard habe ich, soweit es mir sinnvoll und m\u00f6glich erschienen ist, in die obige \u201eLeistungsbilanz\u201c des Urgro\u00dfvaters eingearbeitet.<\/p>\n<p><strong>Zweite erg\u00e4nzende Anmerkungen zu meinem Urgro\u00dfvater:<\/strong><\/p>\n<p>Bei aller T\u00fcchtigkeit und Umtriebigkeit des Urgro\u00dfvaters: Die Probleme, die er sich und letztlich auch seinem Sohn, meinem Gro\u00dfvater, aufhalste, waren nicht ohne.<\/p>\n<p>Er hat wohl immer zu viel gewollt, das war er seiner Ruhm- und Ehrsucht, die ich ihm nicht ganz grundlos unterstelle, schuldig. Es gibt nicht nur zahlreiche Fotos von ihm und seiner Familie, er hat seine Frau ind sich auch malen lassen, was in jener Zeit vielleicht auch nicht ganz billig war.<\/p>\n<p>1885 pachtete er das H\u00e4userl neben der B\u00e4ckerei in Bromberg Nr. 14. Es hat einem Juden geh\u00f6rt und musste hergerichtet werden. Doch als dieser es im Jahr darauf zur\u00fcck wollte, musste es der Urgro\u00dfvater kaufen. Schlie\u00dflich war Gro\u00dfvater gezwungen, es 1899 samt Waren um 6.000 Gulden zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>In der Zeit von 1899 bis 1904 wurde der Urgro\u00dfvater Banken und privaten Gl\u00e4ubigern 15.000 Gulden schuldig und konnte nicht mehr weiter, sodass der Gro\u00dfvater am 11.02. 1904 das obere Haus 115 mit einem Schuldenstand von 18.000 Fl \u00fcbernehmen musste.<\/p>\n<p>Gro\u00dfvater hat laut seinen pers\u00f6nlichen Anmerkungen (<em>siehe <a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/titelseite\/kapitel-8-grosvater-johann-windbichler\/\">dort<\/a><\/em>) nie ganz erfahren, was sein Vater sonst noch wem schuldete. <em>Ich fand aber eine Vielzahl von 3-Monats-Wechseln von Geldinstituten, aber auch Privaten, mit deren Prolongation er sich, offenbar schon weit vor 1900, \u201e\u00fcber Wasser\u201c gehalten hat. <\/em><\/p>\n<p>Zu seiner Quasi-Insolvenz kann es aber auch gekommen sein, wenn das stimmte, was es familienintern auch hie\u00df, dass er n\u00e4mlich immer dann, wenn man einem seiner Vorhaben in der Gemeinde widersprach, er dieses dann doch durchf\u00fchrte und aus eigener Tasche bezahlte. <em>(Als meine Frau Elisabeth das h\u00f6rte, meinte sie nur lakonisch: \u201eUnd seit damals sind die Windbichlers verarmt\u201c)<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/?page_id=22\">&lt;&lt; Voriges Kapitel<\/a> | <a href=\"http:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/?page_id=24\">N\u00e4chstes Kapitel &gt;&gt;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johann Windbichler I., geb. 19.6.1838, gest. 17.5.1921 Aufgezeichnet aber von seinem Sohn Johann Windbichler, geb. 6.4.1866 \u00bbEr hat bei seinem Vater 3 Jahre und bei Lang, Handelsmann in Edlitz, 5 Monate praktiziert bis 9.9.1855, das Handelsgewerbe erlernt. 8 Monate 18 Tage diente er beim 49. Infanterieregiment, laut Abschied vom 31.12.1859. Nach dem Ableben seines Vaters [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":6,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"chapter.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-23","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/23","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23"}],"version-history":[{"count":37,"href":"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/23\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":489,"href":"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/23\/revisions\/489"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}