{"id":24,"date":"2007-10-21T13:54:58","date_gmt":"2007-10-21T11:54:58","guid":{"rendered":"http:\/\/wibi.homeip.net\/wp_fam\/?page_id=24"},"modified":"2023-05-22T07:40:33","modified_gmt":"2023-05-22T05:40:33","slug":"kapitel-8-grosvater-johann-windbichler","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/titelseite\/kapitel-8-grosvater-johann-windbichler\/","title":{"rendered":"Kapitel 8: Gro\u00dfvater"},"content":{"rendered":"<p><strong>Johann Windbichler II.,<br \/>\ngeb. 6.4.1866, gest. 5.2.1947<\/strong><\/p>\n<p>Zu beachten ist im Eigenbericht des Gro\u00dfvaters, dass in dieser Zeit die W\u00e4hrungen von Gulden zu Kronen (und sp\u00e4ter dann zum Schilling sowie zur Reichsmark) wechselten. Die laufenden Umstellungen waren sicher nicht einfach!<\/p>\n<p><em>Wenn anfangs vom \u201eunteren Haus\u201c die Rede ist, ist das seinerzeitige Haus Nr. 14 neben der \u201ealten\u201c B\u00e4ckerei Bernhard gemeint. Ab 1908 ist beim unteren Haus die Rede vom neuen Haus Nr. 16, heute Fam. Ing. Hofer.)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/29.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-203 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-29-Grovater-Johann-II_framed.png\" alt=\"\" width=\"136\" height=\"182\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gro\u00dfvater schrieb \u00fcber sich selbst:<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbIch ging bis 1879 in die II-klassige Volksschule in Bromberg bei Oberlehrer Kainz und dann in die B\u00fcrgerschule Wr. Neustadt.<\/p>\n<p>Am 6.10.1880 kam ich zur Firma Josef Lasnausky\u2019s S\u00f6hne in Wr. Neustadt, Neunkirchnerstra\u00dfe 6, in die Lehre. Vom 6.10.1880 bis 6.10.1884 war ich Lehrling, vom 6.10.1884 bis 15.7.1885 Commis mit einem Gehalt von 40 Gulden ohne Verpflegung monatlich.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Siehe dazu <a href=\"http:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/?page_id=56\">Dokument von 1885 (Zeugnis) <\/a>.<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbIm Jahre 1885 pachtete mein Vater das H\u00e4userl neben der B\u00e4ckerei in Bromberg N 14. Es war vorher der Jude Moritz Suhsmann darauf. Das H\u00e4userl musste hergerichtet werden, es waren der Fu\u00dfboden, Plafond und neue Fenster zu richten, was 700 Gulden kostete. Das n\u00e4chste Jahr 1886 wollte es der Jude wieder haben, so war Vater gezwungen es zu kaufen und zwar um 2200 Gulden, mit der Anwendung kostete es 2900 Gulden.<br \/>\nDas Gesch\u00e4ft ging anfangs schlecht, es war eineTageslosung an Wochentagen 5 Gulden, an einem Sonntag 20 Gulden. Es hat sich aber bald gebessert und florierte gut.<\/p>\n<p>Am 11.2.1899 habe ich mich mit Josefine Bauer, Fleischhauers-tochter aus Wr. Neustadt, verehelicht.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/30.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-204 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-30-Grovater-mit-1_framed.png\" alt=\"\" width=\"136\" height=\"182\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote><p>\u00bbAus dieser Ehe sind 2 Knaben tot geboren. Ich habe das H\u00e4usl samt Waren um 6000 Gulden \u00fcbernommen. Von 1899 bis 1904 wurde mir mein Vater 3000 Gulden schuldig, da er nicht weiter konnte, musste ich im Jahre 1904 das obere Haus auch \u00fcbernehmen und zwar um 15000 Gulden (Hypotheken Bank 4000 G., Raiffeisenkasse 4000 G., Vorschu\u00dfverein Wr. Neustadt 1000, Menhofer 1500 und Zinsen 600 Gulden, Hofer 300, das \u00fcbrige Gesch\u00e4ftsschulden). Was Vater sonst noch schuldete, wurde mir nicht gesagt, sondern nur vom oberen Gesch\u00e4ft entnommen.<\/p>\n<p>Im Jahre 1904 \u00fcbernahm ich auch die Post, die dazumal im oberen Haus war und am 1.3.1909 ins untere (neue) Haus kam.<\/p>\n<p>Nun wurde das untere Haus N 14 wieder ganz bauf\u00e4llig, da es ja ganz in der Erde steckte. Eines Tages ging ich mit Herrn Kooperator Werner von Thernberg herauf, da klagte ich ihm mein Leid, da\u00df ich mein H\u00e4usl niederrei\u00dfen muss und aufbauen m\u00fcsste. Herr Cooperator gab mir den Rat, ich soll mit H. Pfarrer Gelasius Ilg reden, vielleicht gibt er mir einen Bauplatz. Und so kam es zu einem Tausch. Ich musste s\u00e4mtliche Kosten zahlen, Anschreibgeb\u00fchr und L\u00f6schungen sowie Steuern.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/31.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-205 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-31-KaufTausch-1908-fur-Nr_framed.png\" alt=\"\" width=\"135\" height=\"182\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/32.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-206 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-32-Haus-Nr_framed.png\" alt=\"\" width=\"136\" height=\"182\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote><p>\u00bbUnd baute vom M\u00e4rz bis Sept. 1908 das untere Haus N 16. Baukosten 8000 Gulden und die n\u00f6tige Einrichtung 4000 Gulden, welches Geld hiezu mir die Geschwister meiner Frau geliehen hatten.<\/p>\n<p>Im September 1909 kam meine Frau in das Klosterspital Wr. Neustadt, wo sie am 10.2.1910 gestorben ist.<\/p>\n<p>Am 11.2.1911 verehelichte ich mich mit Karoline Grobitsch, Kaufmannstochter in Thernberg. Am 30.11.1911 wurde Sohn Johann (III.) geboren.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/33.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-207 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-33-Groeltern-und-Vater_framed.png\" alt=\"\" width=\"136\" height=\"182\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote><p>\u00bbAm 10.4.1911 kaufte ich die Wiese (2 Joch) von Alois und Eleonora Gruber, Schlatten 39, um 3000 Kronen nebst Kosten von 245,08 Kronen. Worauf ich im Fr\u00fchjahr 1916 22 \u00c4pfelb\u00e4ume setzte, welche 47,20 Kronen kosteten.<\/p>\n<p>Am 17.5.1917 an Rudolf Bauer, am 2.11.1918 an Anna Mohr und am 17.2.1919 zahlte ich die Schulden ab. Da ich viel Warenvorrat gehabt habe und dieser w\u00e4hrend des Krieges 1914-1918 gestiegen ist, konnte ich meine Schulden wegzahlen. Hatte aber keine Ware und auch kein Geld mehr und musste wieder neu anfangen und bald bekam man wieder Ware und Geld.<\/p>\n<p>Am 22.4.1931 kaufte ich das Ackerl v. Schwarz-Lechner um 1150 Schilling, Kosten 22,50 Sch.<\/p>\n<p>Von der Gr\u00fcndung der Feuerwehr bis November 1910 war ich Kassier und vom Nov. 1910 bis April 1927 Hauptmann bei der Feuerwehr Bbg.<\/p>\n<p>Vom Aug. 1919 bis August 1937 B\u00fcrgermeister.<\/p>\n<p>Im Jahre 1926 wurde ich Ehrenb\u00fcrgermeister.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Gemeint ist wohl Ehrenb\u00fcrger!<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\u00bbMeine T\u00e4tigkeit bel\u00e4uft sich: Kriegerdenkmal, Elektr. Licht, Telephon, Glocken Nachschaffung, Br\u00fcckenwaage, Br\u00fcckenbau (Stanglbr\u00fccke), Wegbau Breitenbuch &#8211; Stupferei und Leichenwagen.<\/p>\n<p>Am 25.6.1939 \u00fcbergab ich meinen s\u00e4mtlichen Besitz meinem Sohn.<\/p>\n<p>Von 1886 bis 1940 war ich Jagdmitp\u00e4chter.<\/p>\n<p>Ich, Johann Windbichler, geb. 1866, war Kaufmann, Postexpedient und ging als Oberoffizial II. Klasse in 1924 in Pension, bei der Feuerwehr wurde ich Ehrenhauptmann und von der Gemeinde 1926 Ehrenb\u00fcrger von Schlatten.<\/p>\n<p><strong>Das von mir gebaute Haus N 16 im Ort ist am 1.4.1945 (Ostersonntag) durch deutsche Fliegerbomben total niedergebrannt.<\/strong>\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><em>(Der Brand wurde eher von Russen oder Zwangsarbeitern gelegt). <\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bromberg_1945-e1684670081722.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-429\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bromberg_1945-1024x704.jpg\" alt=\"\" width=\"175\" height=\"120\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>\u00bb<strong>Alle M\u00f6beln, Kleider, W\u00e4sche, Gesch\u00e4ftseinrichtung und Warenvorrat ging zugrunde. Auch wurde vieles von den b\u00f6sen Leuten gestohlen. Wir waren zu der Zeit nicht zuhause, da wir vor den Russen nach Holzerh\u00f6fen gefl\u00fcchtet sind, zur Hannerl Ponweiser, Holzerh\u00f6fen 13, wo wir gut untergebracht waren.\u00ab<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Siehe dazu den Bericht zu den Ereignissen in Holzerh\u00f6fen im <a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/titelseite\/kapitel-12-gedenkbuch-1896-1947\/\">Gedenkbuch<\/a>.<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\u00bbAuch das obere Haus wollten die Russen in Brand stecken, da kam Gend. Insp. Annerl dazu und erkl\u00e4rte ihnen, dass es kein Partisanenhaus ist, f\u00fcr das es die Russen hielten.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Hier enden die pers\u00f6nlichen Aufzeichnungen des Gro\u00dfvaters, \u00fcber den aber auch im \u201eGedenkbuch\u201c und in der Geschichte von der Post noch einiges zu lesen ist.<\/em><\/p>\n<p>Ich habe ihn in Erinnerung, wie er f\u00fcr mich, mangels anderer Spielsachen in der Nachkriegszeit, aus Kleinholz tolle Leiterw\u00e4gelchen bastelte, bei denen halbierte Zwirnspulen als R\u00e4der herhalten mussten. Diese liebevolle Bastelei f\u00fcr mich als einzigen Enkel ist ihm mit seinen rund 80 Jahren sicher nicht mehr leicht gefallen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/?page_id=23\">&lt;&lt; Voriges Kapitel<\/a> | <a href=\"http:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/?page_id=25\">N\u00e4chstes Kapitel &gt;&gt;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johann Windbichler II., geb. 6.4.1866, gest. 5.2.1947 Zu beachten ist im Eigenbericht des Gro\u00dfvaters, dass in dieser Zeit die W\u00e4hrungen von Gulden zu Kronen (und sp\u00e4ter dann zum Schilling sowie zur Reichsmark) wechselten. Die laufenden Umstellungen waren sicher nicht einfach! 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