{"id":25,"date":"2007-10-21T13:56:09","date_gmt":"2007-10-21T11:56:09","guid":{"rendered":"http:\/\/wibi.homeip.net\/wp_fam\/?page_id=25"},"modified":"2023-05-22T07:51:55","modified_gmt":"2023-05-22T05:51:55","slug":"kapitel-9-uber-meinen-vater-johann-windbichler-iii","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/titelseite\/kapitel-9-uber-meinen-vater-johann-windbichler-iii\/","title":{"rendered":"Kapitel 9: Vater"},"content":{"rendered":"<p><strong>Johann Windbichler III.,<br \/>\ngeb. 30.11.1911, gest. 2.5.1986<\/strong><\/p>\n<p>Mein Vater hatte in seinem Leben nicht gerade h\u00e4ufig Gl\u00fcck. Als Kind erlebte er den ersten Weltkrieg und in den 20er Jahren die schwierige Inflations- und Krisenzeit.<\/p>\n<p>Nach der Schulzeit in Bromberg und Wr. Neustadt lernte er dort Eisenh\u00e4ndler (Fa. Siegl, Fa. Angst) und besuchte die Abendhandelsschule. Dann ging er nach Aspang und lernte Gemischtwarenhandel (Fa. Super). In Aspang war er auch Vorturner im \u00f6rtlichen Turnverein und \u201eHahn im Korb\u201c bei den weiblichen Turnerinnen, wie er oft erz\u00e4hlte.<\/p>\n<p>In dieser Zeit d\u00fcrfte er der Heimwehr beigetreten sein, der er eher fanatisch angeh\u00f6rte. Details waren aber aus ihm nie herauszubringen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/34.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-208 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-34-Vater-ca.-1934-Johann-III_framed.png\" alt=\"\" width=\"136\" height=\"182\" \/><\/a><\/p>\n<p>1929 kam er nach Hause in das Gesch\u00e4ft seines damals bereits fast 65-j\u00e4hrigen Vaters. Das ging nicht lange gut. Aber als er seinen Vater vor die Alternative stellte, ihm das Gesch\u00e4ft zu \u00fcbergeben oder er w\u00fcrde sich wieder aus Bromberg entfernen, \u00fcbergab der alte Herr mit Vaters Heirat 1939 seinen Besitz an sein ohnehin einziges Kind.<\/p>\n<p>In seiner jugendlichen Zeit war mein Vater ein passionierter Motorrad- und sp\u00e4ter dann Autofahrer. Er fuhr in diesen Jahren sehr elegante und wohl auch teure Autos.<\/p>\n<p>1937\/38 baute er das Haus, in dem meine Frau Elisabeth und ich seit unserer Heirat 1967 bis heute in Bromberg wohnen.<\/p>\n<p><em>Siehe auch <a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/titelseite\/kapitel-7-urgrossvater-johann-windbichler\/#BilderHaus115\">Bilder in Kapitel 7<\/a><\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/37a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-211 size-full\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-37a-Ruckseite-Bromberg-115_framed.png\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"128\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/37b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-212 size-full alignleft\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-37b-Vorderseite-Neubau-ca_framed.png\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"136\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Mit unserer Hochzeit haben meine Eltern dieses Haus und das gesamte Areal drumherum auf meine Frau und mich \u00fcbertragen. Bis 1970 wohnten wir darin voll und als wir nach Wien zogen, waren wir zumindest an den meisten Wochenenden, auch der Kinder wegen gerne dort. Das Haus haben wir unter architektonischer Betreuung unseres Sohnes Johannes von 1997 &#8211; 1999 gr\u00fcndlich renoviert.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieses Haus war im Erdgeschoss als Lebensmittelgesch\u00e4ft ausgestattet.<\/p>\n<p>Schon 1934 hatte Vater seine sp\u00e4tere Frau kennen gelernt, die er 1939 heiratete, was nicht ohne Pikanterie war, stammte sie doch aus dem \u00f6rtlichen Konkurrenzgesch\u00e4ft. Vor allem die Schwiegerm\u00fctter waren nicht von \u00fcbertriebener Zuneigung zueinander.<\/p>\n<p>Aber auch der Bruder meiner Mutter und mein Vater d\u00fcrften sich nicht leicht geredet haben, war jener doch ein \u00fcberzeugter Nationalsozialist.<\/p>\n<p>1940, als ich geboren wurde, war inzwischen mein Vater in den zweiten Weltkrieg einger\u00fcckt, sodass meine Mutter praktisch alleine die Last und Verantwortung f\u00fcr das Gesch\u00e4ft zu tragen hatte.<\/p>\n<p>Er war einer der ersten, die eingezogen worden waren, weil er kein Nazi-Sympathisant war. Er war kurzfristig sogar inhaftiert.<\/p>\n<p>1941 kam er bereits aus dem Krieg zur\u00fcck, gehunf\u00e4hig, weil er an Ischias, einer Nervenentz\u00fcndung, litt, die ihn bis 1944 schwer behinderte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/35.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-209 size-full alignleft\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-35-Familie-ca_framed.png\" alt=\"\" width=\"162\" height=\"142\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/36.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-210 size-full alignleft\" src=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Bild-36-Eltern-mit-mir_framed.png\" alt=\"\" width=\"136\" height=\"182\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In dieser sogenannten Nazi-Zeit wurde er auf Grund seiner Haltung aus allen \u00f6rtlichen Vereinen ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Dies hatte zur Folge, dass er in seinen weiteren Lebensjahren eher den Menschen ausgewichen ist. Nur die Jagd (er war \u00fcber 40 Jahre Jagdleiter in Bromberg) war und blieb seine gro\u00dfe Leidenschaft. Er hat sp\u00e4ter auch sehr darunter gelitten, dass ich nie die Jagdpr\u00fcfung gemacht habe.<\/p>\n<p>Die 30er Jahre waren sicher seine gl\u00fccklichsten, denn die nicht gerade lustige Kriegszeit endete mit dem Brand meines Elternhauses (siehe <a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/gmedia\/bromberg_1945-jpg\/\">Bild 54<\/a>), das sp\u00e4ter mein Bruder Franz (siehe <a href=\"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/gmedia\/43-jpg\/\">Bild 43<\/a>), geb. 22.3.1953, erbte, der es schlie\u00dflich 1999 verkaufte.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich wurde der Brand, dem auch andere H\u00e4user in Bromberg zum Opfer fielen, von durchziehenden Sowjettruppen \u201ein Tateinheit\u201c mit Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern aus dem Osten gelegt. Nicht nach politischen Gesichtspunkten, sondern eher nach dem Aspekt: \u201eSchadet den &#8211; angeblich &#8211; Reichen.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Mein Gro\u00dfvater schreibt an anderer Stelle, dass das Haus durch deutsche Fliegerbomben in Brand gesteckt wurde, aber da d\u00fcrfte er sich geirrt haben, bedenkt man wieviele andere H\u00e4user in Bromberg in dieser Zeit ein Raub der Flammen wurden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Bereits wenige Tage nach Kriegsende haben meine Eltern das Gesch\u00e4ft im Haus Nr 115 (heute Hauptstrasse 13) wieder aufgesperrt und die wenigen, nicht geraubten Waren in kleinen Portionen an die Bev\u00f6lkerung verkauft. Dann begannen meine Eltern mit dem Wiederaufbau des Hauses Nr. 16 (heute Markt 16, Besitzer Fam. Ing. F. Hofer) und waren 1947 fertig.<\/p>\n<p><strong>Dieser rasche Aufbau war ein Fehler, da Vater damit die M\u00f6glichkeit, g\u00fcnstige Wiederaufbaukredite zu bekommen, verwirkt hatte, denn die bekam man nur, wenn man zuwartete, bis die entsprechenden Gesetze da waren. Damit war die R\u00fcckzahlungsbelastung viel zu gro\u00df und er hat sich, weil er auch als Gesch\u00e4ftsmann zu gutm\u00fctig war (meine Mutter sagte oft zu ihm: \u201eDu w\u00e4rest besser Armenrat geworden\u201c), finanziell eigentlich nie mehr richtig erfangen.<\/strong><\/p>\n<p>Einige Jahre nach dem Krieg hat er noch f\u00fcr relativ kurze Zeit das Amt des Vizeb\u00fcrgermeisters bekleidet, in diese Zeit fiel unter anderem der Bau der Strasse von Bromberg nach Schlag, was ihm nicht nur wegen der umstrittenen Trassierung (\u00fcber St\u00f6gersbach oder \u00fcber die Schlattener Seite, was letztlich der Fall war), viel \u00c4rger bereitete.<\/p>\n<p>In den Folgejahren musste er akzeptieren, dass ich den Betrieb nicht \u00fcbernehmen wollte, sodass er ihn schlie\u00dflich 1976 verpachtete. Als er gestorben war, wirtschaftete der P\u00e4chter das Gesch\u00e4ft relativ rasch in den Ruin.<\/p>\n<p>Die Jahre im Ruhestand waren f\u00fcr meine Mutter und den Vater noch eine recht angenehme Zeit, in denen er sich vor allem der Jagd und den \u00f6rtlichen Pensionisten widmete, bis er schwer erkrankte. Er ist am 2.5.1986 an Darmkrebs gestorben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/?page_id=24\">&lt;&lt; Voriges Kapitel<\/a> | <a href=\"http:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/?page_id=26\">N\u00e4chstes Kapitel &gt;&gt;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johann Windbichler III., geb. 30.11.1911, gest. 2.5.1986 Mein Vater hatte in seinem Leben nicht gerade h\u00e4ufig Gl\u00fcck. Als Kind erlebte er den ersten Weltkrieg und in den 20er Jahren die schwierige Inflations- und Krisenzeit. Nach der Schulzeit in Bromberg und Wr. Neustadt lernte er dort Eisenh\u00e4ndler (Fa. Siegl, Fa. Angst) und besuchte die Abendhandelsschule. 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