{"id":34,"date":"2007-10-21T16:36:10","date_gmt":"2007-10-21T14:36:10","guid":{"rendered":"http:\/\/wibi.homeip.net\/wp_fam\/?page_id=34"},"modified":"2007-10-21T16:36:10","modified_gmt":"2007-10-21T14:36:10","slug":"anhang-4-pfarrwald","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/titelseite\/anhang\/anhang-4-pfarrwald\/","title":{"rendered":"Pfarrwald"},"content":{"rendered":"<p><em>Mein Gro\u00dfvater, Johann Windbichler, geb. 1866, hat aufgeschrieben:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\u00bbDen Pfarrwald (80 Joch), der zwischen Arzberg und Hart liegt, hat eine Prinzessin Tonradl in Schloss Thernberg der Kirche Bromberg geschenkt. Der dortzumalige B\u00fcrgermeister, man sagt, es war unter dem B\u00fcrgermeister H\u00f6llwieser in Forst, welcher vor 1850 B\u00fcrgermeister war, hat die Urkunde dar\u00fcber gehabt. Der Wald muss zu der Zeit abgeschlagen gewesen sein. Der B\u00fcrgermeister klagte dem Pfarrer (angeblich Pflanzl), dass die Gemeinde Steuern zahlen m\u00fcsste und keine Einnahmen habe. Zu dieser Zeit hatte man noch keine Gemeindeumlage, sondern die Bauern mussten roboten. Wenn in der Gemeinde oder im Pfarrhof eine Reparatur war, mussten Leute unentgeltlich abgestellt werden.<\/p>\n<p>Da sagte der Pfarrer zum B\u00fcrgermeister: \u201eBring mir die Urkunde, ich werde nachsehen.\u201c Und von dort an zahlte der Pfarrer die Steuer. Der Wald wurde dann in H\u00e4lften geteilt: 40 Joch bekam der Pfarrhof Pitten und 40 Joch der Pfarrhof Bromberg.<\/p>\n<p>Im Jahre 1919, als ich B\u00fcrgermeister wurde, wurden ich und Vizeb\u00fcrgermeister Ponweiser vom Gemeinderat beauftragt, nach Wien zur Landtafel (Justizpalast) zu gehen und Nachschau zu halten, wie es in Wirklichkeit ist mit diesem Pfarrwald in der Gemeinde Thernberg und ob der seinerzeit der Pfarrkirche Bromberg geh\u00f6rt hat. <\/p>\n<p>Bei der Landtafel angelangt, ist mir Ponweiser verschwunden. Er hat sich ausgeredet er hat noch einen Gang und kommt nach, was aber nicht der Fall war. Ich fragte einen der Beamten, die aber damals sehr besch\u00e4ftigt mit den Mauth-Aufl\u00f6sungen waren. Der sagte: \u201eIch kann Ihnen momentan nicht aufwarten.\u201c Er w\u00fcrde mir aber binnen sechs Wochen dar\u00fcber schreiben, was aber nicht erfolgt ist. Und da ich auch gesehen habe, dass die \u00fcbrigen Gemeinder\u00e4te kein Interesse haben, gab ich es auch auf.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4lat von Reichersberg, W\u00f6gerbauer, erhielt dann Nachricht und schrieb uns, wenn wir nachweisen k\u00f6nnen, dass der Wald der Kirche geh\u00f6rt hat, so tritt er ihn wieder der Kirche ab. Nachher schrieb er uns einmal, dass es nur bis 1848 nachweisbar ist, von fr\u00fcher wei\u00df man nichts.<\/p>\n<p>Im Jahre 1927 ist der Justizpalast abgebrannt und auch s\u00e4mtliche Schriften.<\/p>\n<p>Darauf folgte im Jahre 1932 die Einverleibung vom Pittnerwald unter Magnus. Da wurden Brandst\u00e4tter, Breitenbuch, und ich zum Gericht Neunkirchen entsendet. Herr Hofrat Pachler sagte uns, der Wald habe bestimmt einmal der Kirche Bromberg geh\u00f6rt, aber leider l\u00e4gen die Urkunden im Stift Reichersberg und dort bekommt man keinen Einblick, und: \u201cSobald Sie nichts in der Hand haben, k\u00f6nnen Sie nichts machen.\u201c<\/p>\n<p>Im Jahre 1933 erfolgte die Einverleibung vom Brombergerwald unter Pfarrer Werner f\u00fcr das Stift Reichersberg.<\/p>\n<p>Daraus ist ersichtlich, dass der Wald einmal nicht zum Stift Reichersberg geh\u00f6rte, sonst w\u00fcrde schon l\u00e4ngst einverleibt gewesen sein.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Diese Angelegenheit hat meinen Gro\u00dfvater wohl sehr ge\u00e4rgert, sonst h\u00e4tte er seine diesbez\u00fcglichen Erlebnisse nicht in zwei handschriftlichen Dokumenten festgehalten.<\/p>\n<p>Auch die Korrespondenz mit dem Abt des Stiftes ist teilweise im Original erhalten.<\/p>\n<p>Mit Schreiben vom 20.8.1923 hat der Abt jedoch ziemlich schl\u00fcssig erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, wie es aus urkundlicher Sicht war. Im Parzellenprotokoll, erliegend im n. \u00f6. Landesarchiv, ist 1822 eingetragen, dass als Parzellen- eigent\u00fcmer 285 die Pfarre Bromberg eingetragen ist. Auch aus einem Plan, welche Gr\u00fcnde zur Pfarre Bromberg geh\u00f6ren, ist 1810 ersichtlich, dass dieser Arzberger Wald, damals Schwarzlacken genannt, der Pfarre geh\u00f6rt. Soweit sinngem\u00e4\u00df aus seinem Schreiben an meinen Gro\u00dfvater als B\u00fcrgermeister.<\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte nat\u00fcrlich auch so gewesen sein, dass man seinerzeit zu wenig auseinandergehalten hat, was Pfarre und was Kirche, die in Bromberg von der Gemeinde zu erhalten war, ist. Und so k\u00f6nnte eine Falscheintragung entstanden sein.<\/p>\n<p>Wie auch immer, jedenfalls als der Abt im Jahre 1935 starb, notierte Gro\u00dfvater auf der R\u00fcckseite der Parte:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\u00bbUnter diesem Pr\u00e4lat hat die Gemeinde (Pfarre) den Thernberger Wald verloren, welcher im Jahre 1932 und 1933 einverleibt wurde.\u00ab\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Gro\u00dfvater, Johann Windbichler, geb. 1866, hat aufgeschrieben: \u00bbDen Pfarrwald (80 Joch), der zwischen Arzberg und Hart liegt, hat eine Prinzessin Tonradl in Schloss Thernberg der Kirche Bromberg geschenkt. Der dortzumalige B\u00fcrgermeister, man sagt, es war unter dem B\u00fcrgermeister H\u00f6llwieser in Forst, welcher vor 1850 B\u00fcrgermeister war, hat die Urkunde dar\u00fcber gehabt. 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