{"id":35,"date":"2007-10-21T16:36:51","date_gmt":"2007-10-21T14:36:51","guid":{"rendered":"http:\/\/wibi.homeip.net\/wp_fam\/?page_id=35"},"modified":"2007-10-21T16:36:51","modified_gmt":"2007-10-21T14:36:51","slug":"anhang-5-die-geschichte-der-post-in-bromberg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wibi.homeip.net\/hub\/familie\/titelseite\/anhang\/anhang-5-die-geschichte-der-post-in-bromberg\/","title":{"rendered":"Die Post in Bromberg"},"content":{"rendered":"<p>Heimatgeschichte ist, Gott sei\u2019s geklagt, h\u00e4ufig von G\u2019schichterln, Vermutungen und Ger\u00fcchten entstellt. Umso wichtiger ist es, wenn man sich auf Schriftliches der handelnden Zeitgenossen beziehen kann. So ist es zumindest bei der Geschichte unserer Post.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2002 wurde das Bromberger Postamt, wohl ein f\u00fcr allemal, gesperrt. <\/p>\n<p>Und wir Bromberger wurden dem Postsprengel Wiesmath zugeteilt, was eine v\u00f6llige Entstellung der historischen Entwicklung ist und wohl nur den modernen Postb\u00fcrokraten, \u201eum die Einheit um Wiesmath lebensf\u00e4hig zu erhalten\u201c, so einfallen konnte. <\/p>\n<p>Denn historisch war es ganz anders. <\/p>\n<p>Die Geschichte der Post in Bromberg ist eng mit der Geschichte meiner Familie verbunden, denn die Post war von der Er\u00f6ffnung 1869 (in diesem Jahr wurde auch die Postkarte, urspr\u00fcnglich \u201eCorrespondenz-Karte\u201c erfunden) bis 1978, mit einer durch Kriegssch\u00e4den bedingten Unterbrechung von etwa Mitte 1945 bis knapp vor Jahresende 1947, also \u201enetto\u201c hundertsechseinhalb von insgesamt 133 Bestandsjahren, in unseren Mauern untergebracht. Und mein Urgro\u00dfvater, mein Gro\u00dfvater und meine Gro\u00dfmutter f\u00fchrten das Postamt zusammengerechnet fast sechzig Jahre lang.<\/p>\n<p>Begonnen hat es damit, dass mein Urgro\u00dfvater im Jahre 1868 (und zwar am 6.2.) um das Postamt ansuchte. <\/p>\n<p>Nach Genehmigung und mehrt\u00e4giger Schulung in Wr. Neustadt sowie Eidleistung im J\u00e4nner 1869 wurde das Postamt mit 1.3.1869 er\u00f6ffnet. (<em>Die Chronik \u201e850 Jahre Bromberg\u201c f\u00fchrt als Er\u00f6ffnungsjahr 1860 an, was sicher ein Schreibfehler ist!<\/em>).<\/p>\n<p>Das \u201ePostamt\u201c residierte in einem kleinen Zimmerchen im Haus Nr. 115 (heute das \u201ealte Haus\u201c von Hauptstrasse 13), in dem mein Urgro\u00dfvater, als er 1876 zum B\u00fcrgermeister gew\u00e4hlt worden war, auch die Gemeindekanzlei einrichtete, und schlie\u00dflich war dort auch die Raiffeisenkasse von deren Gr\u00fcndung 1894 bis 1899 untergebracht.<\/p>\n<p>Vor dem Jahr 1869 ging alle 8 Tage ein Bote nach Wr. Neustadt um die Post.<em> (Und nicht wie in der Chronik \u201e850 Jahre Bromberg\u201c zu lesen ist, alle Tage!<\/em>).<\/p>\n<p>Der Urgro\u00dfvater bezog ein Jahresgehalt von 80 Gulden, erhielt ein Amtspauschale von 20 Gulden und f\u00fcr den <strong>t\u00e4glichen<\/strong> Botengang nach Erlach 100 Gulden, also mehr f\u00fcrs \u201eHatschen\u201c als f\u00fcr die sonstige Arbeit als Postmeister! <\/p>\n<p>In den ersten Jahren musste auch noch die \u201eBriefschaft\u201c nach Thernberg zugestellt werden. Die Zustellung nach Thernberg h\u00f6rte nach der Er\u00f6ffnung der Wien-Aspang-Bahn im Jahre 1881 auf. Der t\u00e4gliche Botengang nach Erlach w\u00e4hrte bis 30.6.1895, da ab 1.7. 1895 von Scheiblingkirchen \u00fcber Thernberg nach Bromberg eine Fahrpost errichtet wurde. <em>(Und nicht wie lt. Bromberg-Chronik erst mit 1.7.1897<\/em>).<\/p>\n<p><em>Am 11.3.1889 wurde der Landbrieftr\u00e4gerdienst eingef\u00fchrt (und nicht, wie in einer anderen Aufzeichnung zu lesen ist, am 31.12.1899). <\/em><\/p>\n<p>Im Jahre 1904 \u00fcbernahm mein Gro\u00dfvater die Postmeisterfunktion, das Amt aber blieb bis 1909 noch im Haus Nr. 115 und wurde am 15.3.1909 in den unteren Ort \u00fcbersiedelt. Im Haus Nr. 16, heute Markt 16, blieb dann das Postamt, bis 1978 die \u00dcbersiedlung ins neue Amtshaus m\u00f6glich war.<\/p>\n<p>Mein Gro\u00dfvater, geb. 1866, war wohl haupts\u00e4chlich Kaufmann, aber halt auch Postexpedient u. ging, wie er stolz vermerkte, als Oberoffizial II. Klasse im Jahre 1924 in Pension, also schon damals mit knapp 58 Jahren!<\/p>\n<p>Danach f\u00fchrte meine Gro\u00dfmutter das Postamt bis 1928, doch war mein Gro\u00dfvater vermutlich auch in diesen Jahren noch \u201eder\u201c Postmeister, weil er ja die erforderlichen Eignungspr\u00fcfungen etc. hatte. Ich habe daf\u00fcr keine Nachweise aus den sonst sehr guten Aufzeichnungen des Gro\u00dfvaters, schlie\u00dfe das aber aus einem sp\u00f6ttischen Gedicht, das ich in den vielen hinterlassenen Unterlagen des Gro\u00dfvaters gefunden habe. Und dieses Gedicht beschreibt die wahrscheinliche damalige Situation sehr treffend: <\/p>\n<blockquote><p><strong>Der Abbau bei der Post!<br \/>\n<\/strong>In Bromberg drinnat, bei der Post,<br \/>\nWeil halt der Postmaster z\u2019viel kost\u2019t<br \/>\nSo hab\u00b4ns\u2019n \u2013 der hat grimmi\u2018 g\u2019schaut<br \/>\nZnachst ganz oafach: <strong>abgebaut<\/strong>.<br \/>\nDo\u2018 tagsdrauf stell\u2019ns den guat\u2019n Mann<br \/>\nAls Stundenl\u00f6hner wieder an<br \/>\nUnd zahl\u2019n eahm extra d\u2018 Pension<br \/>\nNo zuwi za sein Stundenlohn<br \/>\nDann kriagt er a za seiner Ruah<br \/>\n A weng a Hilfskraft no dazua<br \/>\nDass er bei d\u00f6 Verrechnungssachen<br \/>\nNit alles braucht allani z\u2019mach\u2019n<br \/>\nZerscht hat der Postmasta z\u2019viel kost\u2019t<br \/>\nHiazt zahl\u2019ns glei drei bei dera Post<br \/>\nJa unseroans vasteht \u2018s nit gwiss<br \/>\nWas bei der Post da <strong>Abbau is<\/strong>!!<\/p><\/blockquote>\n<p>Ja, alles andere, was die Post in Bromberg betrifft, ist in der Bromberger 850-Jahre-Chronik nachzulesen. <\/p>\n<p>Nein, doch nicht ganz!<\/p>\n<p>Denn 1975 war schon einmal die Schlie\u00dfung zugunsten Thernbergs ein Thema, aber das konnte abgewendet werden. Und da hatte auch wieder ein Windbichler, sicher neben vielen anderen bem\u00fchten \u00f6rtlichen Repr\u00e4sentanten, seine H\u00e4nde im Spiel, diesmal mein Vater, der alle (politischen) Hebel in Bewegung setzte, um die Post in Bromberg zu erhalten. Seine umfangreiche Korrespondenz in dieser Sache liegt bei uns noch original vor.<\/p>\n<p>Doch im Jahre 2002 haben alle Bem\u00fchungen und Unterschriften nichts gen\u00fctzt. <\/p>\n<p>Die Post ist seither zu. Und wenn schon. <\/p>\n<p>Aber wenn das neue Postzentrum wenigstens Erlach oder Warth gewesen w\u00e4re! Das w\u00e4re nicht nur logisch, sondern vor allem auch historisch richtig gewesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heimatgeschichte ist, Gott sei\u2019s geklagt, h\u00e4ufig von G\u2019schichterln, Vermutungen und Ger\u00fcchten entstellt. Umso wichtiger ist es, wenn man sich auf Schriftliches der handelnden Zeitgenossen beziehen kann. So ist es zumindest bei der Geschichte unserer Post. 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